Wildwest in Fernost

19. Oktober 2026

Magdalena bleibt trotz Wellen-Chaos im Zeitfahren bei den Beach Sprint Finals auf der Erfolgswelle. Am Dienstag geht's um die Medaillen!

Mit einem „Halleluja“ in die K.o.-Phase! Magdalena Lobnig qualifiziert sich bei den World Rowing Beach Sprint Finals im chinesischen Qingdao als Vierte souverän für das Achtelfinale. Um bei der Weltmeisterschaft auf der Erfolgswelle zu bleiben – die Kärntnerin hat seit 2024 bei jedem Beach Sprint-Großereignis eine Medaille gewonnen – wünscht sich das ÖRV-Aushängeschild faire(re) Bedingungen. Aber die Meinungen gehen auseinander.

„Halleluja, das war heute richtig wild!“ Magdalena Lobnig hat in ihrer Karriere schon viel gesehen und noch mehr erlebt. Aber die Bedingungen, die das auf Montag verschobene Zeitfahren bot, waren auch für die erfahrene Ruderin neu. „Es gab extrem viele Kenterungen, einmal hat es drei Boote gleichzeitig erwischt. Teilweise war das ziemlich Wildwest“, beschreibt die 36-Jährige das Szenario am Golden Beach von Qingdao, bei den Olympischen Spielen 2008 Schauplatz der Segelbewerbe.

Ein bisschen Glücksspiel sei es jedenfalls gewesen. „Ich hatte drei Wellen am Start, die Australierin auf Platz 1 hatte gar keine Wellen und vollen Surf nach der Wende. Dadurch sind die Zeiten schwer vergleichbar“, war Lobnig mit ihrer Leistung jedoch mehr als zufrieden. Auch und vor allem weil der vierte Platz nicht nur den direkten Einzug in die K.o.-Phase bedeutet, sondern weil er auch Vorteile in der Setzung bringt.

Ein großes Dankeschön gab es für die Boots-Crew: ÖRV-Nationaltrainer Kurt Traer und Schwester Katharina, die bei diesen Bedingungen umso noch wichtiger sind, weil jeder Handgriff sitzen muss. „Sie zeigen an, wenn die Welle kommt, weil ich kann mich ja nicht umdrehen. Da hilft es, wenn man so gut eingespielt ist, wie wir.“ Nachsatz: „Ein bisschen Glück war aber sicher auch dabei, weil wenn das Timing um ein paar Hundertstel nicht passt, deckt dich die Welle zu und du verlierst wertvolle Zeit.“

Wie schnell es gehen kann, zeigt das Beispiel von Europameisterin Esther Briz Zamorano aus Spanien, die ins zweite Time Trial musste und dort auch „nur“ Dritte wurde. Zur Neuauflage des EM-Finales würde es am Dienstag erneut erst im Gold-Duell kommen. Los geht’s in der K.o.-Runde für Lobnig mit dem Duell gegen die Italienerin Maria Lanciano (3:50 Uhr MESZ), im Falle des Aufstiegs würden gemäß der Favoritinnenrolle Großbritannien (Viertelfinale) und Australien (Halbfinale) warten. Die Medaillen werden ab 6:34 Uhr vergeben, auf www.worldrowing.com gibt es einen Live-Stream.

So weit, so klar. Ein Fragezeichen gibt es aber auch für den Finaltag: die Bedingungen. Seitens Organisationskomitee ist „Beruhigung“ angesagt, einige Nationen gehen aber davon aus, dass es wieder wellig wird. Lobnig bleibt cool: „Gegen die Wellen kannst du nicht kämpfen, man muss sie nehmen, wie sie kommen. Egal was es wird: Ich bin bereit!“


ERGEBNISSE ZEITFAHREN FRAUEN-EINER (W1x)

1. Isabella Scammell (AUS) 2:51,92 Min.
2. Raminta Morkunaite (LTU) 2:58,90 Min.
3. Wenjie Zhu (CHN) 3:01,13 Min.
4. Magdalena Lobnig (AUT) 3:03,56 Min.