Platz 2 im Duell der Ruder-Königinnen

05. Juli 2026

Die Nummer 1 im Beach Sprint gegen die Nummer 1 im Flachwasser - die Henley Royal Regatta bekam im Finale auf der Themse den ultimativen Showdown. Eine Wiederholung wird es aber nicht geben.

Königliches Ambiente für den Showdown der besten Einer-Ruderinnen der Welt. Magdalena Lobnig bekam es im Finale der Henley Royal Regatta mit ihrer Nachfolgerin im W1x zu tun. Dass es am Ende Platz zwei für die Kärntnerin wurde, war beim traditionsreichen Einladungsrennen kein Beinbruch. Vielmehr freute sich die dreifache Olympia-Teilnehmerin über ihre Leistung beim Comeback. Eine Wiederholung ist aber nicht geplant.

Hier: Magdalena Lobnig. Gewinnerin von Olympia-, WM- und EM-Medaillen. Gesamt-Weltcupsiegerin. Und jetzt die Nummer 1 im Beach Sprint, der neuen olympischen Disziplin. Dort: Lauren Henry. Olympiasiegerin im Vierer 2024 in Paris. Seit der Saison 2025 ist die Britin im Einer unterwegs und das Maß der Dinge. Vize-Weltmeisterin, Europameisterin, Weltcupsiegerin und in dieser Saison noch ungeschlagen. Henley hatte sein Traumfinale im „The Princess Royal Challenge Cup”, das Duell der Ruder-Königinnen.

Und Lobnig, die eigens für die älteste Ruder-Regatta der Welt ihren gelben Flachwasser-Einer aus dem Bootshaus geholt hatte, legte gut los, hielt mit der aktuell weltbesten W1x-Athletin bis zur 1.000-m-Marke voll mit, dann konnte sie das Tempo der 24-Jährigen nicht mehr halten – Platz zwei bei der Henley-Premiere. Für die Völkermarkterin ein Erfolg auf ganzer Linie: „Ich bin stolz auf meine Leistung, weil es nach so kurzer Vorbereitungszeit richtig cool war, hier um den Sieg zu fahren. Auch wenn es knapp nicht gereicht hat, kann ich erhobenen Hauptes die Heimreise antreten“, so Lobnig, die sich anfangs nicht sicher war, was ihre Rückkehr aufs Flachwasser bringen wird.

„Ich bin vor zwei Jahren mein letztes Rennen im Einer gefahren, da braucht es schon Mut, auf dieser Bühne wieder in den Einer zu steigen. Auch weil ich jetzt ganz anders trainiere als früher“, verrät die 35-Jährige, die sich auf der Themse aber wie in alten Zeiten von Rennen zu Rennen steigern konnte. „Es war ein Sprung ins kalte Wasser, aber ich habe schnell gemerkt, dass die Maschine mit ein bisschen mehr Vorbereitung schon wieder laufen würde. Aber Henley war eine einmalige Sache – ich bin jetzt zu 100 Prozent Beach Sprinterin!“

Applaus und Anerkennung

Für ihre Nachfolgerin fand Lobnig nur lobende Worte: „Mit Lauren Henry fährt im Einer aktuell keine mit. Sie rudert extrem gut, trifft die Schläge perfekt und bringt auch körperlich optimale Voraussetzungen mit.“ Dennoch war es auch für die Lokalmatadorin ein besonderes Erlebnis, gegen die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin von Tokio 2021 zu rudern. „Sie ist nach dem Rennen zu mir gekommen und hat mir gesagt, dass es für sie eine große Ehre war, gegen mich zu fahren.“

Viel Applaus erhielt die Heeressportlerin auch von den fachkundigen Zuschauer:innen, von denen weit mehr als 100.000 an diesem Wochenende live dabei waren. „Es ist ein Wahnsinn, was hier jedes Jahr aufgezogen wird, die Art und Weise wie Rudern hier zelebriert und gefeiert wird, ist einzigartig.“ Also verwunderte nur, dass der Weltverband FISA erstmals vor Ort war, um sich ein Bild von diesem Spektakel zu machen. „Vielleicht schauen sie sich ja das eine oder andere für den Weltcup ab, um den Rudersport attraktiver zu präsentieren“, hofft Lobnig, die in den nächsten Tagen wieder daheim in Völkermarkt trainiert.

Im Fokus steht die Vorbereitung für den nächsten Beach Sprint-Einsatz: von 24. bis 26. Juli steht die Pharoes Trophy im portugiesischen Oeiras auf dem Programm.