Jagd auf den Jackpot
Bella Chaos zum Auftakt der dritten Station der Filippi Lido Trophy mit XXL-Wellen und Kenterungen. Magdi richtet ihren Fokus auf das Rennen um den Gesamtsieg!
Vier Stationen, drei Bootsklassen, 20.000 Euro Preisgeld: die Filippi Lido Trophy ist für die Beach-Sprinter:innen, was für die Tennis-Asse die Grand Slam-Turniere sind. Europameisterin und Vize-Weltmeisterin Magdalena Lobnig möchte am Wochenende bei der dritten Station in Bacoli (ITA) ein Ausrufezeichen im Kampf um den Gesamtsieg setzen und freut sich auf volles Programm, ein starkes Teilnehmer:innenfeld und herausfordernde Bedingungen.
Man kennt das, wenn man verreist: ankommen, akklimatisieren und dann schauen wir mal! Nicht so die Beach-Sprinter:innen in Bacoli, rund 40 Autominuten von Neapel entfernt. Denn schon im ersten Training ging es richtig zur Sache, keine Rede von Dolce Vita – im Gegenteil.
„Die Wellen waren richtig groß, so dass einige Boote gekentert sind und das Training abgebrochen werden musste, weil es einige Schäden gab“, so die Kärntnerin, die mit Paul Ruttmann im Doppelzweier am Wasser war. Und trotzdem (oder gerade deshalb) Gefallen an der Location gefunden hat: „Da wartet ein richtig schöner Beach Sprint auf uns!“
Auf die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin von Tokio 2021 wartet am Wochenende eine hohe Renn-Taktung, startet Lobnig doch im Einer und im Mixed-Doppelzweier. Die Form ist gut, eine kleine, unfeine und vor zwei Tagen aufgetretene ISG-Blockade dank Physiotherapie und Massage nur mehr Randthema. „Im Boot ist es kein Problem, ich werde am Samstag schauen, wie es mir beim Rausspringen und beim Laufen geht. Aber ich bin zuversichtlich, dass es passt.“
Und das muss es beim Blick auf die Startliste für die Zeitläufe (Samstag, ab 9 Uhr) auch, denn: „Das Feld ist unglaublich stark! Im Einer haben wir 33 Boote aus 20 Nationen, die Top-Leute sind fast geschlossen da. Es ist fast so hochkarätig besetzt wie ein Großereignis“, ist die Filippi Lido Trophy für viele Athletinnen in der kurzen Zeit längst zum Fixpunkt geworden. „Man muss Filippi wirklich ‚Danke!‘ sagen, dass sie sich so bemühen – und der Erfolg gibt ihnen recht.“
Der Fokus für die dritte Station der Lido Trophy liegt darauf, weiter Erfahrungen in der neuen olympischen Disziplin zu sammeln. Das gilt für das Lesen der Bedingungen und dann die richtigen Entscheidungen zu treffen genauso wie für den Mixed-Start mit Paul Ruttmann.
Der Oberösterreicher war 2024 Weltmeister im Leichtgewichts-Zweier und hat zuletzt mit Lobnig in Völkermarkt trainiert. „Die Trainings waren ganz gut, jetzt schauen wir mal, was wir im Rennen aufs Wasser bekommen“, testet die 35-Jährige weiter Optionen für den Countdown zu den Olympischen Spielen Los Angeles 2028.
Den Anfang macht im Beachsprint traditionell das Zeitfahren, das über die weitere Setzung entscheidet. Die 35-Jährige hofft, dass ihr diesmal eine bessere Platzierung gelingt, sie ihre Form ausspielen kann, um in den K.o.-Duellen die härtesten Gegnerinnen erst ganz zum Schluss zu bekommen. „Das Zeitfahren liegt mir einfach nicht so, ich brauche den direkten Konkurrenzkampf“, weiß Lobnig um Stärken und Schwächen.
Spielt der Körper mit, ist das volle Programm kein Problem. „Natürlich immer abhängig davon, wie weit du kommst“, lacht die Völkermarkterin, der aber das Programm diesmal besser in die Karten spielt als noch beim ersten Stopp. „Wir sagen immer: der Einer ist gemeiner! Deshalb ist es gut, der Doppelzweier erst nach den Final-Entscheidungen im Einer gefahren wird, dann können wir dort noch einmal gemeinsam Gas geben.“
Mit ihrem Auftaktsieg in Mondello mischt Lobnig auch um den Gesamtsieg bei der Filippi Lido Trophy mit – und damit um einen Teil der 20.000 Euro Preisgeld. „Bei der letzten Station werden doppelte Punkte vergeben, es ist also noch alles möglich“, so die bis dato dreimalige Olympia-Teilnehmerin. Das Trophy-Finale findet dann von 5. bis 7. Juni in Marina di Castagneto statt.

