Frühstart in Palermo
Warum Magdalena ihre Mission Medaille(n) bereits im März beginnt und wieso Malaga nicht nur für sie eine Reise wert war und ist.
Magdalena Lobnig eröffnet am Wochenende die neue Coastal-Saison – und das so früh wie noch nie. Die Kärntnerin startet bei der ersten Station der Lido Filippi Beach Sprint Trophy in Palermo. Die Vorbereitung in Malaga brachte große Wellen, viele Erkenntnisse und einen prominenten Trainingsgast.
„Normalerweise fahre ich so früh in der Saison noch keine Rennen“, lacht Magdalena Lobnig, „aber ich freue mich, dass es jetzt schon losgeht.“ Am Donnerstag ging es für die Völkermarkterin von Malaga über Rom nach Palermo, wo die erste von insgesamt vier Stationen der Lido Filippi Beach Sprint Trophy über die Bühne geht.
Ausschlaggebend für den frühen Start war einerseits die hochkarätige Besetzung mit 31 Booten aus 12 Nationen („Das hat Weltcup-Niveau!“) und andererseits die gute Vorbereitung in Malaga, wo sich die 35-Jährige mittlerweile gut eingelebt hat. Davon hat sich zuletzt auch ÖRV-Nationaltrainer Kurt Traer, mit dem Lobnig in ihrer ersten Karriere als Flachwasser-Ruderin große Erfolge feiern konnte, darunter Olympia-Bronze bei den Spielen 2020 in Tokio, ein Bild gemacht.
„Die Trainingsbedingungen sind sehr gut, die Wellen sind teilweise extrem und es gibt natürlich auch sehr viel Strand hier, um den Beach Sprint zu trainieren“, so Lobnig, die in den letzten Wochen vor allem an ihrer Physis gearbeitet hat. Dementsprechend locker nimmt sie den Auftakt in Sizilien. „Es ist eine erste Standortbestimmung für mich. Körperlich bin ich sehr gut drauf, deshalb erwarte ich mir schon, dass ich gute Rennen fahren werde.“
Mixed-Partner gesucht
Die Gegenwart ist Palermo, die Zukunft aber Los Angeles 2028, wo Coastal Rowing seine Olympia-Premiere feiern wird. Der Fokus der amtierenden Beach Sprint-Europameisterin und -Vizeweltmeisterin liegt auf dieser Saison, aber natürlich macht sich die Kärntnerin 840 Tage vor Beginn der Spiele auch Gedanken darüber, wie diese erfolgreich bestritten werden können. Und sucht auch deshalb nach einem Mann für den ebenfalls olympischen Mixed-Bewerb.
„Wenn man sich im Mixed qualifiziert, ist der Einer automatisch fix am Start, dann hat man alle drei Bootsklassen besetzt“, weiß Lobnig. Und weil männlich allein nicht reicht, sondern die potenziellen Kandidaten auch ausgewiesene Ruder-Skills mitbringen müssen, ist die Auswahl überschaubar. Umso überraschender, welcher Trainingsgast vor kurzem in Malaga für einen Testlauf vorbeischaute: Ferdinand Querfeld. Der 30-jährige Wiener hatte seine Karriere bereits beendet und wechselte in die Gastronomie (als Betriebsleiter ins „Bootshaus“ an der Alten Donau; Anm.).
Seit dem Winter trainiert der Bruder von ÖFB-Legionär Leopold Querfeld wieder, nun die ersten Coastal-Kilometer. Die waren für Lobnig so gut, dass sie dem Projekt eine Chance geben möchte. „Er kann rudern, hat nach wie vor ein sehr gutes Niveau und wir passen von der Technik auch gut zusammen, da könnte man schon etwas daraus machen. Wenn du hinter dir spürst, wie 104 Kilo andrücken, dann geht was weiter“, werden die beiden – wenn alles nach Plan läuft – in dieser Saison die eine oder andere Regatta gemeinsam bestreiten. „Ich hoffe, dass er nach unserem ersten Test Feuer für das Coastal Rowing fängt und er hat ja auch noch eine Rechnung mit Olympia offen.“
Medaillen als Ziel
Die Unterstützung von Verbandsseite für Coastal Rowing ist jedenfalls da – und angesichts der rasanten Entwicklung durch die Aufnahme ins olympische Programm auch notwendig.
„Die Dichte ist mittlerweile so hoch, dass Hundertstel zwischen Platz 1 und 6 entscheiden, die anderen Nationen wissen um die Medaillenchance. Deshalb bin ich froh, dass der Verband an dieses Projekt glaubt. Wenn es so weitergeht, kann man 2028 in Los Angeles sicher um Gold, Silber und Bronze mitrudern.“ In dieser Saison werden die Medaillen Mitte Oktober im chinesischen Quingdao vergeben, erst im Rahmen der Weltmeisterschaften, dann auch noch bei den World Rowing Beach Sprint Finals.
Zunächst steht aber der Auftakt von der Lido Filippi Beach Sprint Trophy auf dem Programm – und da gibt es – apropos Weiterentwicklung der Sportart – erstmals einen Live-Stream auf dem YouTube-Kanal des italienischen Ruderverbands. Dieser wird auch bei den weiteren Stationen in Fano (17. bis 19. April), Bacoli (8. bis 10. Mai) und Marina di Castagneto (5. bis 7. Juni) angeboten.

