EM-Gold mit "Schummelzettel" und Raketen-Start
Dem Muskelkater einfach die Zähne zeigen! Genau das hat Magdalena bei der Coastal-EM gemacht und sich im Endurance-Bewerb zur Europameisterin gekürt.
EUROPAMEISTERIN! Ruder-Ass Magdalena Lobnig setzt sich abermals die Krone der besten Europäerin auf, anders als im Vorjahr aber nicht im Beach Sprint, wo die Kärntnerin am Donnerstag Silber gewonnen hat, sondern im Endurance-Rennen mit Massenstart. Trotz Muskelkater war die Numero uno an diesem Tag und nach sechs harten Kilometern die Nummer 1 – auch dank ihrer Erfolgstaktik vom Flachwasser.
„Mein Ziel war es, am Start richtig gut weg und ohne Crash durchzukommen“, legte Lobnig im spanischen La Linea de la Concepcion einen Raketen-Start hin, wie man ihn aus ihrer ersten Ruder-Karriere kannte. „Ich wollte unbedingt als Erste bei der ersten Boje sein, weil wenn du da vorne bist, ist es hart vorbeizukommen. Das kostet richtig viel Kraft. Und dann habe ich geschaut, dass ich keine Fehler mache.“
Ausschlaggebend dafür war, dass die 36-Jährige gestern Nachmittag noch einmal aufs Wasser gegangen ist, um sich die Strecke einzuprägen. „Ich habe mir zum Glück alles gemerkt, obwohl es sehr kompliziert war.“ Zur Sicherheit hat sich die Völkermarkterin aber einen „Schummelzettel“ gemacht und sich den Kurs auf den Oberschenkel gezeichnet. „Für den Fall, dass ich ein Blackout habe.“
Und der Gedanke war gar nicht so weit hergeholt, hat das ÖRV-Aushängeschild doch in den letzten beiden Tagen inklusive Time Trial fünf Beach Sprint-Rennen absolviert. „Bei der ersten Boje habe ich’s bereut, dass ich heute gestartet bin, weil ich die Vorbelastung gespürt habe. Es war brutal, auch weil die hinter mir richtig Tempo gemacht haben. Aber im Ziel war dann alles vergessen“, freute sich Lobnig nach insgesamt sechs Rennkilometern über eine weitere Goldmedaille auf dem Weg zu den Olympischen Spielen LA28 – auch wenn sie diese in einer nicht-olympischen Disziplin holte.
„Ich liebe es einfach, wenn es um etwas geht, wenn ich mich beweisen muss. In diesen Situationen hole ich immer die letzten Prozent raus“, kann Lobnig auch nach 20 Jahren Weltklasse-Rudern noch den Wettkampf-Schalter umlegen. Die nächsten beiden Tage lässt die Heeressportlerin aber in der spanischen Sonne die Seele baumeln, auch weil Schwester Katharina – im Beach Sprint als Boot-Handlerin dabei – verletzungsbedingt für den Doppelzweier absagen musste. Am Montag geht’s heim, dann startet der letzte Vorbereitungsblock für die Weltmeisterschaften in China im Oktober. „Die beiden Medaillen sind der perfekte Boost, um noch einmal Vollgas zu geben!“

